Beim Fife handelt es sich um eine kleine zierliche, genau gesagt um eine maximal 11,5 cm große Kanarienrasse. Der Fife besticht durch seinen runden, gedrungen Körper, der sowohl in der Seitenansicht, als auch in der Draufsicht von harmonischen Rundungen geprägt ist. Der Fife ist insgesamt kurz und kompakt. Durch seinen hoch gerundeten Kopf, der sich ballförmig auf den eiförmigen Körper setzt, entsteht die charakteristische Einschnürung am Hals, wodurch sich der Kopf vom Körper absetzt.
Ein guter Fife hat seidig und glatt anliegendes Gefieder, so dass die leuchtende satte Farbe und die Rundungen des Körpers richtig zur Geltung kommen. Aufgrund seiner aufrechten Haltung von 60° zur Sitzstangenebene sind seine Schenkel von fein geschuppten Beinen sichtbar.
Der Fife wird im offenen Dewar-Käfig (Borderkäfig) ausgestellt, worin seine Qualitäten und sein keckes Wesen sehr gut zur Geltung kommen. Er sucht gerne einen Platz mit Rundumblick auf, so springt der Fife ohne Scheu in den Schaukäfig. Der offene Schaukäfig bietet dem Preisrichter eine mehrdimensionale Betrachtung, wodurch Fehler am Fife leicht zum Vorschein kommen. Dies sind unter anderem ein zu großer Vogel, ein zu flacher Rücken, zu schmale Schultern, ein flacher spitz zulaufender Kopf, zu rauhes und loses Gefieder und der so genannte „Brustschlitz“, der als Scheitel über die Brust verläuft. Außerdem sollte man als Züchter darauf achten, das die Sitzstangen im Abstand von fünf freien Gitterstäben eingehalten wird.
Der Fife ist für „Anfänger“ gut geeignet, da die Zucht meistens problemlos verläuft und in den Anschaffungskosten akzeptabel zu anderen Kanarienrassen ist.
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Der Fife ist außer in rot in allen klassischen Kanarienfarben einschließlich der Schecken zugelassen, jedoch nur mit klassischem Melanin (schwarz, braun, achat, isabell).
Die Geschichte des Fife
Der Fife resultiert hauptsächlich aus der Entwicklungsgeschichte des Borders. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es nicht mehr genügend typechte Border, so dass man andere Rassen einkreuzen musste. Dadurch veränderte sich das Erscheinungsbild des Borders in der Größe. Diese Entwicklung wollten einige schottischen Züchter nicht akzeptieren - vor allem Walter Lumsden - die sich das Ziel gesetzt hatten, den alten kleinen Border zurückzuzüchten. So besorgte sich Walter Lumsden bei anderen Züchtern, die nebenbei den Border des alten Typs hatten, die kleinsten Vögel. Aus diesen hatte er innerhalb von drei Jahren kleine Vögel gezüchtet, brauchte jedoch weitere fünf Jahre, um die Proportionen des Körpers zu verbessern. Im Jahre 1957 dachte Walter Lumsden an die Gründung einer Organisation, um einen Standard zu erstellen, damit die Rasse anerkannt würde. Dazu lud er alle interessierten Züchter in seine Heimatstadt Kirkcaldy, Grafschaft Fifeshire ein. Obwohl nur fünf Züchter anwesend waren, gründete man den Fife Miniatur Club, der dann 1958 in den Fife Fancy Canary Club umbenannt wurde.
Die Mitgliederanzahl nahm nur langsam zu. 1963/1964 betrug die Mitgliederanzahl 46 Personen, und 1971 waren sie erst auf 51 Mitglieder gestiegen. Trotz der Gründung des Clubs führte der Fife auf den Ausstellungen nur ein Schattendasein. Der Durchbruch der Rasse kam in 1973, als Walter Lumsden auf der National im Alexandra Palace in London mit einem braun-weißen Fife den besten Kanarienvogel stellte. Dies war überraschend, da der Fife zur dieser Zeit noch keine eigene Schauklasse hatte, sondern in einer Sammelschauklasse „Any other variety“ ausgestellt wurde. Nach diesem Triumph nahm das Interesse der Fifes ungemein zu, so dass in den letzen Jahren durchschnittlich 1700 Fifes auf der National ausgestellt wurden.
Der Fife ist heute eine der beliebtesten Kanarienrassen in Großbritannien und machte auch in anderen Ländern eine ähnliche Entwicklung.
Quelle: Border und Fife Club Deutschland
| Größe | Der Fife ist nicht größer als 11,5 cm. | 25 Punkte |
| Körper | Die Brust-/Bauchlinie ist voll, jedoch elegant gerundet. Der Rücken ist voll und gut gewölbt. Der Fife ist kurz und kompakt. | 10 Punkte |
| Kopf, Hals und Schnabel | Der Kopf ist hoch gerundet, sowie in der Größe zum Körper passend. Ein wesentliches Rassemerkmal ist eine deutliche Einschnürung am Hals. Hierdurch ist der Kopf vom Körper abgesetzt. Der Schnabel ist kurz und kegelförmig. | 10 Punkte |
| Gefieder | Das Gefieder ist seidig und liegt glatt an. | 10 Punkte |
| Haltung | Die Haltung ist aufrecht, etwa 60° zur Sitzstangenebene. | 10 Punkte |
| Flügel | Die Flügel liegen gut an ohne sich zu kreuzen. | 10 Punkte |
| Farbe | Die Farbe ist gleichmäßig, satt und leuchtend. | 10 Punkte |
| Schwanz | Der Schwanz ist kurz, schmal, mit möglichst geringer Einkerbung. | 5 Punkte |
| Beine | Die fein geschuppten Beine sind mit den übrigen Körperproportionen im Einklang. Die Schenkel sind etwas sichtbar. | 5 Punkte |
| Gesamteindruck | Der Vogel ist sauber und zeigt sich in guter Kondition und Käfiggewöhnung. Auch wird in dieser Position die Sauberkeit des Käfigs berücksichtigt. | 5 Punkte |
| Summe | 100 Punkte |