Historie 

Der Gloster ist eine noch recht junge Kanarienrasse, dessen Ursprung auf die Jahre 1918 bis 1920, gleich nach Ende des 1. Weltkriegs datiert werden kann. Die englische Züchterin L. Rogersonaus Cheltenhamin der Grafschaft Gloucestershire hatte eine besondere Vorliebe für kleine, verspielte Dinge und beschäftigte sich u.a. mit der Zucht und Pflege von Bonsaibäumen. Inspiriert durch Crest-Kanarien setzte sie es sich zum Ziel, eine Miniaturkanarienrasse zu erzüchten, die nur halb so groß wie die Crest-Kanariensein sein sollte. Zur Erzüchtung dieser „Miniatur-Crests" verpaarte sie sehr kleine Border-Kanarien des ebenfalls aus Cheltenhamstammenden Züchters J.H. Madagenund gehäubte Harzer Roller miteinander.

Zeitgleich arbeitete der schottische Preisrichter und Crest-ZüchterJohn McLayebenfalls an der Erzüchtung von „Miniatur-Crests". Er verpaarte seine kleinsten Crestsmit den kleinsten Border-Kanarien die er in Schottland beschaffen konnte, um das gesetzte Ziel zu erreichen. ( Anmerkung: Die Border-Kanarien dieser Zeit [WeeGem] waren erheblich kleiner als unserer heutigen Border). Letztendlich sorgte A.W. Smith (London), einer der bekanntesten englischen Kanarienzüchter und Preisrichter dieser Zeit dafür, dass sowohl L. Rogersonals auch John McLayihre Bemühungen forcierten und Zuchtvögel austauschten. Die Beharrlichkeit A.W. Smiths, sorgte dann schließlich dafür, dass L. Rogersonbereits im Jahr 1925 auf der englischen National-Show im Crystal Palace die ersten zwei Vögel unter der Bezeichnung „Miniature Crests" vorstellte. Da sich diese beiden Vögel völlig von den Crest-Kanarien unterschieden, wurden diese letztendlich einer separaten Klasse zugeordnet und prämiert. Dies war die erste Ausstellung, auf der diese aus kleinen Bordern, kleinen Crests und gehäubten Harzer Roller-Gesangskanarien entstandene neuen Positurasse vorgestellt wurde und kann so als das eigentliche Geburtsjahr dieser Rasse bezeichnet werden.

In Anlehnung und zu Ehren an die Heimat von Mrs. L. Rogerson wurde die Rasse letztendlich nach der Grafschaft Gloucestershire „GLOSTER" genannt. Während der Jahre des 2. Weltkrieges fanden dann keine Ausstellungen statt und die Kanarienzucht kam fast ganz zum erliegen. 1946 verhalfen Fred Bryant und seine Gattin Vera dann dem Gloster zu neuem Aufschwung und machten ihn zu dem, was er heute ist.

                                                                                                                                                                       

Herkunft

 Die Grafschaft Gloucestershire liegt im Südwesten Englands. Der Verwaltungssitz ist Gloucester(1). Die Grafschaft umfasst Tewkesbury(2), Cheltenham(3), teilweise das Gebiet der Cotswolds(4), Stroud(5), den gesamten Forestof Dean(6), sowie Teile des flachen und fruchtbaren Tals am Fluss Severn.   .

Gebräuchliche und korrekte Abkürzung für Gloucestershire ist "Glos.". Daher auch der Name

Gloster. Ebenfalls häufig, jedoch fehlerhaft benutzt werden die Abkürzungen "Gloucs." oder "Glouc." Die Kathedrale von Gloucester, die beeindruckende Klosterkirche von Tewkesbury und die Kirche von Cirencester mit ihrer riesigen lotrechten Vorhalle, sind besonders sehenswerte Gebäude der Grafschaft Gloucestershire. Vom dem von Richard, Earl von Cornwall, 1246 gegründeten Kloster Hayles in der Nähe von Winchcomb, sind nur noch die Fundamente erhalten geblieben. Diese wurden unter besonderer Vorsicht ausgegraben und gelten archäologisch als besonders erkenntnisreich für die damalige Zeit

 Das heutige Gloucestershire grenzt im Westen an die walisische Grafschaft Monmouthshire. Im Norden grenzen die englischen Grafschaften Herefordshire und Worcestershirean. Im Osten wird Gloucestershire durch Oxfordshire und Warwickshire begrenzt. Im Süden bilden Boroughof Swindon, Wiltshireund South Gloucestershire(7) die Begrenzung von Gloucestershire, wobei South Gloucestershireheute eine eigenständige Unitary Authority (vergleichbar mit dem Status „kreisfreier Städte in Deutschland) ist, jedoch verwaltungsmäßig Gloucestershire zugerechnet wird. Bis 1373 gehörte ebenfalls die Stadt Bristol zu Gloucestershire, erlangte jedoch zu diesem Zeitpunkt Stadtrecht,

 

 Beschreibung und Merkmale der Rasse

Der Gloster ist eine englische Positurkanarienrasse, die zu den kleinen, glatt befiederten Kanarienrassen gehört. Er gehört zu den Haubenrassen. Man unterscheidet den Gloster Corona–den Haubenvogel –und den Gloster Consort–den Glattkopfvogel. Bei beiden sind die Rasseanforderungen, bis auf die fehlende Haube beim Consort, gleich. Beide sind zur Bewertung zugelassen. Die Hauptmerkmale sind die Haube bzw. der Kopf, die rundliche und kompakte Form, die geringe Größe und die für die Form maßgeblich verantwortliche lange und dichte Befiederung. Der Haubenvogel hat eine kreisrunde Haube, deren Haubenfedern von einem möglichst kleinen Mittelpunkt ausgehend , gleichmäßig zu allen Kopfseiten herunterfallen. Der Haubenrand grenzt die Haube in gerader oberhalb der Augen verlaufender Linie deutlich ab. Der Übergang der Haube in den Nacken ist fließend und ohne Kahlstelle. Der Kopf des Glattkopfvogels muss, wie bei allen Haubenrassen, die Voraussetzungen mitbringen, die die Nachkommen zum Tragen einer Haube benötigen. Gefordert wird ein breiter, massiger und leicht gewölbter Kopf mit Augenwülsten. Die Form des Glosters ist kurz, gedrungen, kompakt und allseits gut gerundet. Brust und Bauch verlaufen in einer durchgehenden, harmonische gerundeten Linie. Der Rücken ist leicht gewölbt. Diese wird größtenteils durch die Federfülle erreicht. Das Gefieder ist fein und liegt gut an. Der Schwanz ist kurz, schmal und möglicht ungegabelt. Der Gloster hat kurze Läufe mit zierlichen Füßen. Die Schenkel sind nicht sichtbar.Der Gloster ist in allen Kanarienfarben einschließlich der Schecken, außer in rot, zugelassen.